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Anthropic gegen das Pentagon

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Präsident Trump ordnete an, dass alle US-Bundesbehörden die Technologie von Anthropic sofort einstellen, nachdem das Unternehmen sich weigerte, dem Pentagon zu erlauben, Claude für die Massenüberwachung inländischer Bürger einzusetzen.

Anthropic gegen das Pentagon

Ein kurzer Rückblick

Anthropic wurde 2021 von Dario Amodei und einer Gruppe ehemaliger OpenAI-Forscher gegründet, die das Unternehmen aus Bedenken zur KI-Sicherheit verlassen hatten. Die Grundprämisse des Unternehmens war einfach: KI verantwortungsvoll entwickeln, mit eingebetteten ethischen Leitplanken. Claude wurde mit dieser Philosophie im Kern entworfen.

Im Jahr 2024 entfernte OpenAI still und leise Formulierungen, die die Nutzung seiner Technologie für Waffenentwicklung und militärische Kriegsführung ausdrücklich verboten hatten. Im Februar 2025 folgte Google und strich Zusagen, seine Technologie nicht für Waffen oder Überwachung einzusetzen. Die KI-Branche verschob sich rapide in Richtung militärischer Ausrichtung.

Anthropic wählte einen anderen Weg.

Im Juli 2025 vergab das Pentagon Verträge im Wert von 200 Millionen Dollar an vier KI-Unternehmen: Anthropic, Google, OpenAI und Elon Musks xAI. Anthropic wurde das erste KI-Unternehmen, das jemals auf geheimen Militärnetzwerken eingesetzt wurde. Das war enormes Vertrauen. Claude lief auf Pentagon-Systemen für Geheimdienstanalysen, Einsatzplanung und Cyberoperationen.

Der Wendepunkt

Der Streit drehte sich um zwei nicht verhandelbare „rote Linien", die Anthropic in seinem Vertrag gezogen hatte:

  • Keine Massenüberwachung amerikanischer Staatsbürger
  • Keine vollständig autonomen Waffen — KI-Systeme, die Ziele ohne menschliche Aufsicht auswählen und bekämpfen

Das Pentagon wollte KI für „alle rechtmäßigen Zwecke" ohne Einschränkungen durch einen privaten Auftragnehmer nutzen. Es erklärte, Claude nicht für Überwachung oder autonome Waffen einsetzen zu wollen, weigerte sich jedoch, dies verbindlich zuzusagen.

CEO Dario Amodei traf sich am Dienstag mit Verteidigungsminister Hegseth. Hegseth soll mit schwerwiegenden Konsequenzen gedroht haben. Am Donnerstag veröffentlichte Amodei seine Antwort und erklärte, Drohungen würden die Position von Anthropic nicht ändern.

Am Freitag drückte Präsident Donald Trump auf den Auslöser.

Anthropic wurde auf die schwarze Liste gesetzt. Er ordnete an, dass alle Bundesbehörden sofort die Nutzung seiner Technologie einstellen. Unterdessen unterzeichnete OpenAI innerhalb weniger Stunden nach dem Bann von Anthropic einen Vertrag mit dem Pentagon.

Seine genauen Worte:

„Die linksradikalen Spinner bei Anthropic haben einen KATASTROPHALEN FEHLER gemacht, indem sie versucht haben, das Kriegsministerium unter Druck zu setzen und es zu zwingen, ihren Nutzungsbedingungen statt unserer Verfassung zu gehorchen. Ihr Egoismus gefährdet AMERIKANISCHE LEBEN."

Die Botschaft aus Washington war unmissverständlich:

Fügt euch, oder seht zu, wie euer Konkurrent euren Platz am Tisch einnimmt.

Wie Amodei es formulierte: Das Potenzial der Technologie „läuft dem Gesetz voraus."

Ist das 1984, oder…?

George Orwell stellte sich eine Welt vor, in der der Staat Technologie nicht zur Befreiung, sondern zur Überwachung und Kontrolle einsetzte — wo das Wahrheitsministerium die Geschichte umschrieb und die Gedankenpolizei das Innenleben jedes Bürgers überwachte.

Ozeaniens Macht beruhte nicht allein auf Waffen. Sie beruhte auf der totalen Sichtbarkeit der Bevölkerung für den Staat und der totalen Unsichtbarkeit des Staates für die Bevölkerung.

Wir sind noch nicht so weit.

Aber die Architektur wird Stück für Stück, bei hellem Tageslicht, zusammengesetzt.

Und alle schweigen.

Das Bemerkenswerte an diesem Moment ist nicht, dass eine Regierung Massenüberwachungskapazitäten will — historisch gesehen wollten sie das immer.

Das Bemerkenswerte ist, dass ein privates KI-Unternehmen einen 200-Millionen-Dollar-Vertrag anschaute, einem Präsidentenbann ins Gesicht sah und sagte:

Nein. Nicht mit unserer Technologie.

Orwells Winston Smith hatte keinen solchen Verbündeten.